Ein Nachmittag am Programm, das Angebote in den Preisspiegel stellt. Der Agent liest Dateien, ändert, lässt Tests laufen, ich lese mit und greife ein. Am Abend schaue ich in die Nutzungsanzeige. Sie zeigt keine Stunden. Sie zeigt Tokens, und aus denen wird gerechnet.
Drei Verpackungen, eine Währung
Was ein Agent kostet, hängt nicht an der Uhr. Es hängt daran, wie viel Text bei jedem Schritt zum Modell geht und von ihm zurückkommt, gemessen in Tokens. Alle drei Werkzeuge, mit denen ich täglich arbeite, rechnen so. Sie verpacken es nur verschieden.
Claude Code. Im Abo zieht die Arbeit von einem Kontingent ab, das sich in einem rollierenden Fünf-Stunden-Fenster und einem Wochenfenster erneuert; wer will, zahlt stattdessen über die API rein nach Tokens. Als Erfahrungswert aus Firmen nennt Anthropic rund 13 US-Dollar je Entwickler und aktivem Tag (Manage costs effectively, code.claude.com, abgerufen 18. August 2026). Die Planpreise stehen auf claude.com/pricing.
Codex. Im ChatGPT-Konto enthalten, Nachrichten je Modell in Fünf-Stunden-Fenstern begrenzt, danach Credits. Die werden nach Tokens verrechnet: für GPT-5.6 Sol 125 Credits je Million Eingabe- und 750 je Million Ausgabetoken, eine Nachricht liegt laut Seite im Schnitt bei 5 bis 40 Credits (Pricing, learn.chatgpt.com, Stand 18. August 2026).
GitHub Copilot. Seit 1. Juni 2026 rechnet GitHub Chat, Agenten, Code Review und CLI in AI Credits ab, verbraucht nach Tokens zu den API-Sätzen des gewählten Modells (GitHub Blog, 27. April 2026). Ein Credit entspricht einem US-Cent. Vervollständigungen und Next Edit Suggestions bleiben in den bezahlten Plänen unbegrenzt, der Free-Plan hat 2.000 Vervollständigungen im Monat (Usage-based billing for individuals, docs.github.com, abgerufen 18. August 2026).
Die Preise ändern sich laufend. Wer heuer plant, schaut auf die Preisseite und schreibt das Datum dazu.
Warum die dritte Stunde mehr kostet als die erste
Das steht in keiner Preisliste, aber in der Doku. Ein Agent schickt bei jedem Schritt die gesamte bisherige Unterhaltung mit: jede gelesene Datei, jede Befehlsausgabe, jede Korrektur. Anthropic beschreibt es so: Eine einzeilige Frage in einer Sitzung, die den ganzen Tag offen war, zieht Nutzung für die ganze Unterhaltung. Ein Zwischenspeicher (Prompt Caching) dämpft das, doch nach einer Pause, die länger dauert als seine Lebensdauer, wird alles noch einmal voll verarbeitet (Manage costs effectively).
Deshalb ist die dritte Stunde am selben Problem teurer als die erste, obwohl ich in ihr weniger tippe. Eine Sitzung, die man einfach offen lässt, spart nichts. Sie kostet.
Darauf achte ich:
- Neue Aufgabe, neue Sitzung. Alter Zusammenhang wird bei jedem Schritt mitgeschickt und hilft bei der neuen Aufgabe nicht.
- Zusammenfassen ist nicht gratis. Das Verdichten der Unterhaltung liest die ganze Unterhaltung. Wer einen frischen Start braucht, macht ihn, statt zu verdichten.
- Ausgaben klein halten. Ein Testlauf, der 10.000 Zeilen Protokoll zurückgibt, landet komplett im Zusammenhang. Ein Filter davor, der nur die Fehlerzeilen durchlässt, macht aus Zehntausenden Tokens ein paar Hundert.
- Kontrolle vor dem Losbauen. Erst planen lassen und den Plan freigeben, dann bauen. Ein falscher Weg, den der Agent eine Stunde weit gegangen ist, kostet die Stunde doppelt: einmal hin, einmal zurück.
Der Deckel im Konto
Was ich in der Wissensdatenbank als Tages- und Monatslimit eingebaut habe, gibt es bei den Werkzeugen als Einstellung. Bei Anthropic ist das Kontingent des Plans die Grenze; wer darüber hinaus will, schaltet Zusatzverbrauch frei und setzt dafür ein Ausgabenlimit, in der Console gibt es Limits je Workspace (Manage costs effectively). Bei GitHub endet die Arbeit mit dem Kontingent, es sei denn, man setzt ein Budget für zusätzliche Nutzung in Dollar (Usage-based billing for individuals). Bei Codex sind es Credits, die man nachkauft.
Der Deckel verhindert keine teure Sitzung. Er verhindert die Rechnung, über die man sich am Monatsende wundert. Das ist genug Grund, ihn vor der ersten Sitzung zu setzen und nicht danach.
Die Zahl in der Rechnung
In Rechnen, bevor man baut steht das Bauen als einmaliger Posten, und dort gehört die Stunde Agent hin: nicht zu den laufenden Modellkosten, sondern neben die eigene Zeit. Die Angebotsprüfung spart mir 23 Minuten je Angebot. Was das Bauen samt Agent gekostet hat, entscheidet, wann diese Minuten die Kosten eingeholt haben.
Die Nutzungsanzeige am Abend ist deshalb keine Spielerei. Sie ist die einzige Stelle, an der diese Zahl je auftaucht. Wer sie nicht mitschreibt, rechnet später mit einer Schätzung. Und Schätzungen fallen, das habe ich in der Fachbauaufsicht oft genug gesehen, fast immer zu niedrig aus.