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Werkzeuge Nr. 0044

Drei Werkzeuge, ein Prinzip

Claude Code, Codex und GitHub Copilot sehen verschieden aus und tun im Kern dasselbe. Was die drei gemeinsam haben, wo sie laut ihrer Dokumentation auseinandergehen, und was keines von ihnen verspricht.

· 3 Minuten Lesezeit · Claude Code, Codex, GitHub Copilot, Agenten

Wenn ich zwischen ihnen wechsle, ändert sich das Fenster, nicht die Arbeit. Ich öffne ein Projekt, beschreibe, was passieren soll, das Werkzeug liest die Dateien, schlägt Änderungen vor, führt Tests aus, fragt nach, bevor es etwas Heikles tut. So läuft das bei mir jeden Tag, mit Claude Code, mit Codex und mit GitHub Copilot. Die Wissensdatenbank, die Angebotsprüfung, diese Webseite: alles, was ich hier an eigenen Bauten beschreibe, ist mit diesen Werkzeugen entstanden.

Dieser Block ist für Leute, die selbst etwas bauen wollen oder bauen lassen und wissen möchten, womit. Wer nur wissen will, wohin der Code geht und was das kostet, liest Wo der Code hingeht und Was eine Stunde Agent kostet.

Was alle drei tun

Alle drei sind Agenten, keine Autovervollständigung. Sie lesen den Code eines Projekts, ändern Dateien, führen Befehle und Tests aus, legen Branches an (getrennte Arbeitsstände im selben Projekt) und Pull Requests (Änderungsvorschläge, die jemand prüft, bevor sie übernommen werden). Das ist der Kern, und er ist bei allen dreien gleich.

Auch die Formen gleichen sich. Im Terminal, dem Textfenster ohne Oberfläche, in dem man tippt und liest. Als Erweiterung im Editor, in dem der Code ohnehin offen ist. Und als Agent im Hintergrund, der einen Auftrag bekommt, in einer eigenen Umgebung arbeitet und einen Pull Request zurückgibt.

Die Anweisungsdatei liegt bei allen dreien im Projekt: bei Claude Code heißt sie CLAUDE.md, bei Codex AGENTS.md, bei Copilot heißen sie Custom Instructions, so nennt GitHub die Einstellung. Darin steht, wie das Projekt gebaut und getestet wird, was erlaubt ist und was nicht. Dazu kommt bei allen dreien MCP, eine Art Steckdose, über die das Werkzeug fremde Werkzeuge anschließt: eine Datenbank, ein Ticketsystem, den Browser.

Freigabemodi haben ebenfalls alle drei. Man legt fest, ob das Werkzeug vor jedem Befehl fragt, nur bei bestimmten, oder gar nicht mehr. Ich lasse mich fragen. Nicht aus Misstrauen, sondern weil ich sehen will, was gleich passiert, bevor es passiert.

Der Beleg

Die Übersicht zu Claude Code beschreibt es als Werkzeug, das den Code liest, Dateien bearbeitet, Befehle ausführt, mit git arbeitet und im Terminal, im Editor, als App und im Browser läuft; CLAUDE.md und MCP stehen dort ebenso (code.claude.com/docs/en/overview, abgerufen 2026-08-18). Die Freigabestufen sind unter Configure permissions beschrieben.

Die Übersicht zu Codex nennt Codex CLI, die IDE-Erweiterung und Codex cloud als Formen, dazu AGENTS.md, MCP und die Freigaben (learn.chatgpt.com/docs, abgerufen 2026-08-18). Die Konfigurationsreferenz führt die Schalter für Freigabe und Sandkasten auf.

Bei GitHub steht der Hintergrund-Agent auf einer eigenen Seite: er arbeitet in einer Umgebung auf GitHub Actions, legt Branch und Pull Request an, kennt Custom Instructions und MCP, und die Seite grenzt ihn vom Agent-Modus im Editor ab (about-coding-agent, abgerufen 2026-08-18). Das Terminal deckt die Seite zur Copilot CLI ab, samt Freigaben und Planmodus.

Wo sie auseinandergehen

Zwei der drei können laut Doku auch mit einem lokalen Modell laufen, also einem, das auf dem eigenen Rechner liegt (Programme dafür heißen zum Beispiel Ollama oder LM Studio). Die Codex-Referenz nennt beide als Anbieter für den Schalter oss_provider, die Seite zur Copilot CLI nennt eigene Anbieter samt Ollama, beides Stand August 2026. Für Claude Code habe ich in den gelesenen Seiten nur Cloud-Anbieter gefunden: Amazon Bedrock, Google Cloud, Microsoft Foundry (Enterprise deployment overview). Im Standardbetrieb brauchen alle drei die Verbindung zum Anbieter.

Und keines verspricht fehlerfreien Code. GitHub schreibt das ausdrücklich: Erzeugter Code könne Sicherheitslücken enthalten, man solle ihn immer prüfen und testen (Responsible use of Copilot CLI, abgerufen 2026-08-18). In den Seiten, die ich gelesen habe, verspricht auch keiner der anderen beiden das Gegenteil.

Darauf achte ich

Bevor ich mit einem der drei anfange, ist die Anweisungsdatei da. Wer nach dem Ergebnis fragt, redet vom Modell. Wer nach dem Weg fragt, redet vom Agenten. Am Ende lese ich, was geändert wurde, so wie ich früher auf der Baustelle nachgesehen habe, ob das, was im Protokoll steht, auch eingebaut ist. Das Werkzeug wechselt. Das Nachsehen nicht.

Wie diese Seite selbst entstanden ist, steht unter Eine Webseite ohne Baukasten, wie die Wissensdatenbank arbeitet auf der Seite dazu.

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